Â鶹ƵµÀ

Â鶹ƵµÀ- und Forschungszentrum

Entwicklung innovativer Modellsysteme

Teamleiterin: Beate Rinner

Unsere Forschung verbindet innovative Modellsysteme mit patient*innenbasiertem Material, um die biologischen Grundlagen von Tumorerkrankungen besser zu verstehen und neue therapeutische Anstze zu entwickeln. Im Fokus stehen patient*innennahe in-vitro-Modelle, patient*innenabgeleitete Zelllinien sowie ein geplantes Rapid-Autopsy-Programm. Gemeinsam ermöglichen sie neue Einblicke in Tumorprogression, Heterogenitt sowie Therapieresistenz und bilden die Grundlage fr innovative prklinische Testplattformen und personalisierte Krebstherapien.

Â鶹ƵµÀ- und Forschungsinstitut fr Pathologie

Assoz. Prof.in Priv.-Doz.in Mag.a Dr.in
Beate Rinner  
T: +43 316 385 71775

Translational Tissue Engineering

Fokus: Die Forschungsgruppe Translational Tissue Engineering (TTE) am D&F Institut fr Pathologie der Â鶹ƵµÀn Universitt Graz widmet sich der Entwicklung patient*innennaher, dreidimensionaler Gewebemodelle. Durch die enge Anbindung an die klinische Pathologie können frische Gewebeproben aus normalem und tumoralen Gewebe unmittelbar verarbeitet und in hochqualitative ex-vivo-Modelle berfhrt werden. Ein zentraler Schwerpunkt liegt auf der Etablierung organoider Systeme, die sowohl gesundes als auch neoplastisches Gewebe reprsentieren. Diese Modelle ermöglichen es, die komplexe Architektur und Funktion des menschlichen Gewebes realittsnah nachzubilden und dienen als Plattform zur Untersuchung von Tumorprogression, Metastasierung und Therapieresistenz. Ziel ist es, durch die Kombination von Tumor- und Normalgewebeorganoiden ein vertieftes Verstndnis der Mikroumgebung, Signalwege und Resistenzmechanismen zu gewinnen. Damit schafft das TTE-Team die Grundlage fr prklinische Wirkstofftests, innovative Â鶹ƵµÀ und personalisierten Therapieanstze. Darber hinaus tragen die entwickelten Modelle zu interdisziplinren Kooperationen innerhalb der Â鶹ƵµÀn Universitt Graz bei, fördern den Technologietransfer in die Industrie und eröffnen neue Perspektiven fr translationale Forschung mit hoher klinischer und gesellschaftlicher Relevanz.

Vernetzung: Das TTE kooperiert eng mit Klinischen Abteilungen der Med Uni Graz sowie mit nationalen und internationalen Partner*innen. Durch Schnittstellen zur pharmazeutischen Industrie und zu Biobanken wird der Wissenstransfer in die klinische Anwendung beschleunigt und die Nutzung innovativer Zell- und Organoidmodelle in Forschung, Â鶹ƵµÀ und Therapieentwicklung ermöglicht.

YouCell

Mit YouCell haben wir eine translational ausgerichtete Zell- und Modellplattform etabliert, die patient*innenabgeleitete sowie im Labor neu generierte Zelllinien umfasst. Im Fokus steht die Entwicklung standardisierter Prozesse zur Gewinnung, Charakterisierung und Langzeitlagerung patient*innenspezifischer Zellmaterialien. Hierzu gehören Tumorzellen und Zellen aus der Tumorumgebung, aber auch gesunde Zellen, die wir zu induzierten pluripotenten Stammzellen (iPSCs) reprogrammieren, um unser Portfolio an autologen Tumormodellen gezielt zu erweitern. Auf diese Weise entstehen patient*innennahe Modelle, die die Krebsforschung entscheidend voranbringen – von der molekularen und funktionellen Tumorcharakterisierung ber prklinisches Drug Screening und immunologische Co-Kulturmodelle bis hin zur Entwicklung innovativer, personalisierter Therapieanstze. YouCell ist am D&F Institut fr Pathologie angesiedelt, das direkten Zugang zu klinisch relevanten Fragestellungen, diagnostischer Expertise und hochwertigem Gewebematerial bietet. Dadurch können wir frisches Gewebe zeitnah aufbereiten und in vitalen ex-vivo-Modellen fr die Forschung nutzbar machen. Die hierfr notwendigen Prozesse von pranalytischer Standardisierung ber Probenlogistik bis hin zur integrativen Â鶹ƵµÀ sind bei uns strukturell verankert und gewhrleisten eine gleichbleibend hohe Qualitt.

YouCell Lines

Chordome

  • MUG Chor 1: sakrales Chordom

  • MUG CC1: clivales Chordom

Sarkome

  • MUG Lucifer: Klarzellsarkom

  • MUG Lucifer hTERT CAF

  • MUG Lucifer hTERT NHDF

  • MUG Myx: Myxofibrosarkom

  • MUG CIDUS: CIC-DUX4-Sarkom

  • MUG CIDUS hTERT CAF

  • MUG CIDUS hTERT NHDF

  • MUG EMCS: extraskeletales mesenchymales Chondrosarkom

  • MUG EMCS hTERT NHDF

  • MUG ChoSa1: dedifferenziertes Chondrosarkom

  • MUG ChoSa2 : dedifferenziertes Chondrosarkom

Melanome

  • MUG Mel 1: Melanom-Gehirnmetastasen

  • MUG Mel 2: NRAS mutiertes Melanom

  • MUG Mel 3: BRAF mutiertes Melanom einer schwangeren Patientin

Karzinome

  • MUG CCArly: Cholangiokarzinom/Klatskin Tumor

  • MUG CCArly hTERT CAF

  • MUG MaC1: Brustkrebs-Lymphknotenmetastase

  • MUG MaC1 hTERT CAF

  • MUG PaCa: Pankreaskarzinom

  • MUG PaCa hTERT CAF

  • MUG PeniCa1: Peniskarzinom

  • MUG PeniCa2: Peniskarzinom

  • MUG PeniCa3: Peniskarzinom

Glioblastome

  • MUG GB2: Glioblastom

  • MUG GB3 : Glioblastom

  • MUG GB7 : Glioblastom

  • MUG GB8 : Glioblastom

  • MUG GB10 : Glioblastom

  • MUG GB4 pm : Glioblastom (post mortem)

Haut

  • MUG hOSEC: Organotypische Haut-Explantatkultur

Nicht-maligne Zellllinien

  • MUG JNHF1: juvenile normale humane Fibroblasten

  • MUG JNHF2: juvenile normale humane Fibroblasten

  • MUG JNHF3: juvenile normale humane Fibroblasten

  • MUG JNHF4: juvenile normale humane Fibroblasten

  • MUG DraSy 1: dermale Fibroblasten eines Kindes mit Dravet-Syndrom

  • MUG DraSy 2: dermale Fibroblasten eines Kindes mit Dravet-Syndrom

  • MUG Drasy 3: dermale Fibroblasten eines Kindes mit Dravet-Syndrom

  • MUG DraSy 4: dermale Fibroblasten eines Kindes mit Dravet-Syndrom

  • MUG DraSy 5: dermale Fibroblasten eines Kindes mit Dravet-Syndrom

Reprogrammierte und differenzierte Zellmodelle

  • MUG JNHF1 iPSC: induzierte pluripotente Stammzellen, generiert aus MUG JNHF1

  • MUG JNHF1 NPC: neural progenitor cells (neuronale Vorluferzellen)

  • MUG JNHF1 FNP: forebrain neural progenitor cells (Vorderhirn-spezifische neuronale Vorluferzellen)

  • MUG DraSy1 iPSC: induzierte pluripotente Stammzelle, generiert aus MUG DraSy1

Rapid Autopsy

Rapid-Autopsy-Programme ermöglichen es, innerhalb weniger Stunden nach dem Tod von Patient*innen Gewebeproben zu entnehmen. Diese zeitkritische Vorgehensweise ist entscheidend, um Zellvitalitt und RNA-Integritt zu bewahren – und damit stabile Zelllinien, Organoide oder komplexe Tumormodelle zu entwickeln. Ein besonderer Vorteil liegt in der Möglichkeit, mehrere Tumorherde einschließlich Metastasen und therapieresistenter Lsionen gezielt zu gewinnen. Damit lassen sich Tumorheterogenitt, klonale Evolution und Resistenzmechanismen wesentlich besser erforschen als mit herkömmlichen Anstzen. Internationale Beispiele zeigen, dass Rapid Autopsy einzigartige Einblicke in spte Krankheitsstadien liefert und auch seltene Tumoren fr die Modellforschung zugnglich macht. Erste Erfahrungen an der Med Uni Graz belegen, dass selbst nach lngerer postmortaler Zeitspanne erfolgreich Zelllinien etabliert werden können. Wir möchten dieses Programm knftig – in enger Abstimmung mit ethischen und rechtlichen Rahmenbedingungen – als Service fr interessierte Forschungsgruppen anbieten. Damit entsteht eine wertvolle Ressource fr translational orientierte Projekte, wenn herkömmliche Probengewinnung an ihre Grenzen stößt.

Team

Mitarbeiter*innen

Forschungsteam Beate Rinner