Spezialforschungsbereich im Bereich Stoffwechselerkrankungen
Adipositas, Typ 2 Diabetes, nichtalkoholische Fettleber und Krebs sind weit verbreitete Erkrankungen und eine große Herausforderung fr das Gesundheitssystem. Im neu eingerichteten und vom Wissenschaftsfonds (FWF) geförderten Spezialforschungsbereich (SFB) „Lipidhydrolyse“ wird das langfristige Ziel verfolgt, die Beteiligung von Lipidhydrolasen an der Krankheitsentstehung zu entschlsseln und in weiterer Folge neue Behandlungsstrategien zu entwickeln.
Bausteine des Stoffwechsels als Schlssel zu metabolischen Erkrankungen
Die Zahlen bergewichtiger bzw. fettleibiger Jugendlicher und Erwachsener sind stetig im Steigen begriffen. Adipositas erhöht das Risiko fr eine Reihe von metabolischen Erkrankungen bis hin zum Krebs. Rund 600.000 Menschen leiden österreichweit an Diabetes mellitus. 40.000 Neuerkrankungen an Krebs werden alleine in Österreich jhrlich verzeichnet. Im neu bewilligten SFB forschen insgesamt 7 Forschungsgruppen der Â鶹ƵµÀn Universitt Graz, der Universitt Graz und der Â鶹ƵµÀn Universitt Wien an der Entschlsselung von Krankheitsursachen und der Entwicklung neuer Behandlungsstrategien. Dabei legen die ForscherInnen den Fokus auf sogenannte „Lipidhydrolasen“. Diese Schlsselenzyme setzen unverzichtbare Biomolekle frei und sind nicht nur am Zellwachstum und der Zellvermehrung beteiligt, sondern spielen auch in der zellulren Signalweiterleitung und im Fett- und Energiestoffwechsel eine entscheidende Rolle.
SFB: Exzellenzprogramm fr die Wissenschaft
Das SFB Exzellenzprogramm des FWF verfolgt das Ziel Forschungsnetzwerke nach internationalem Maßstab durch autonome Schwerpunktsetzung an Universittsstandorten zu untersttzen. Dabei ist sowohl das bereits vorhandene Forschungspotenzial als auch die Qualitt der beantragten Projekte fr die Zusage des SFB ausschlaggebend. In einem zweistufigen Antragsverfahren mit internationalen GutachterInnen wurde der SFB „Lipidhydrolyse“ gemeinsam mit nur zwei weiteren Projekten österreichweit unter 29 hochkartigen Einreichungen bewilligt, was einen großen Erfolg fr die Med Uni Graz und die beiden Partneruniversitten bedeutet. „Das eingehende Verstndnis der Struktur, Funktion und physiologischen Relevanz von Lipidhydrolasen soll einerseits zur Aufklrung von Erkrankungsmechanismen undandererseits zur Entwicklung neuer Behandlungsstrategien fhren“, erklrt Univ.-Prof. Dr. Dagmar Kratky vom Gottfried Schatz Forschungszentrum der Med Uni Graz und Koordinatorin des neu eingerichteten SFBs.
Rektor Hellmut Samonigg und Forschungsvizerektorin Caroline Schober-Trummler zeigen sich ber die hochkompetitive Bewilligung des Großforschungsprojektes begeistert: „Es handelt sich nicht nur um den ersten SFB unter Koordination der Med Uni Graz, sondern die Teams sind außergewöhnlich eng vernetzt und gehen fundiert und interdisziplinr an diese brennenden Fragestellungen heran.“ Caroline SchoberTrummler betont, dass Graz im Bereich Fettstoffwechsel große internationale Sichtbarkeit genießt – nicht zuletzt durch die kritische Masse an Expertise am Standort, die ein wichtiges Standbein innerhalb des universitren Forschungsverbundes BioTechMed-Graz darstellt.
Lipidhydrolyse: Neue Behandlungsoptionen im Fokus der Wissenschaft
„Der SFB Lipidhydrolyse wurde in Anlehnung an unser von BioTechMed-Graz gefördertes Leuchtturmprojekt konzipiert“, erlutert Dagmar Kratky. Die Beteiligung von Lipidhydrolasen an den verschiedenen Stoffwechselwegen ist sehr komplex und größtenteils noch nicht erforscht. „Es ist eine große Herausforderung, alle Lipidhydrolasen zu identifizieren und deren Funktion zu beschreiben“, so die Wissenschafterin weiter. Das umfassende Verstndnis der Struktur, Funktion und der physiologischen Bedeutung dieser Enzyme ist jedoch entscheidend, um in weiterer Folge neue Zusammenhnge zwischen Lipid- und Energiestoffwechsel und der Entstehung metabolischer Erkrankungen zu erlangen.
Die Entwicklung wirksamer Medikamente zur Prvention und Behandlung metabolischer Erkrankungen erfordert ein grundlegendes Verstndnis der beteiligten Lipidhydrolasen. „Unser langfristiges Forschungsziel liegt in der Entwicklung neuer Behandlungsstrategien von Adipositas und der damit verbundenen Folgeerkrankungen wie Typ 2 Diabetes, Atherosklerose oder Krebs“, so die Vision von Dagmar Kratky und ihren KollegInnen. Mit diesem Spezialforschungsbereich geht der nunmehr vierte SFB in Folge nach Graz. Die ersten drei Spezialforschungsbereiche wurden von der Universitt Graz koordiniert. Im aktuellen SFB sind vier Forschungsgruppen an der Universitt Graz angesiedelt, zwei an der Med Uni Graz und eine an der MedUni Wien.
Facts & Figures
- Projektstart: 01.03.2019
- Laufzeit: 4 Jahre mit Option auf eine einmalige Verlngerung
- Budget: EUR 4 Millionen
- Sprecherin: Dagmar Kratky, Med Uni Graz
- Partnerinstitutionen: Universitt Graz, Â鶹ƵµÀ Universitt Wien
Weitere Informationen:
- Univ.-Prof. Dr. Dagmar Kratky
- Gottfried Schatz Forschungszentrum
- Lehrstuhl fr Molekularbiologie und Biochemie
- Â鶹ƵµÀ Universitt Graz
- Tel.: +43 316 385 71965
- dagmar.kratky(at)medunigraz.at